Regiobahnhof Nahetal
Der RE-P&R-Bahnhof direkt an der B41

Mobilität ist eines der dringendsten Bedürfnisse von uns Menschen und eine der spannendsten Herausforderungen unserer Zeit. Der Bedarf an Mobilität steigt und gleichzeitig ändern sich die Ansprüche in Richtung nachhaltiger Lösungen.
Die Wahl des Verkehrsmittels hängt von vielen Faktoren ab. In Summe führen diese nicht immer zur nachhaltigsten Lösung. Daher gilt es, den Menschen Alternativen zu bieten und damit die Gründe zu reduzieren, die verhindern, dass die nachhaltigste Lösung gewählt wird. Nur so kann es gelingen, eine Verkehrs- und Mobilitätswende herbeizuführen.

Mehr als nur ein P&R-Halt
Der RegioBahnhof Nahetal ist kein klassischer P&R-Bahnhof, wie er derzeit in einigen Orten auch im Nahetal zu finden ist: innerörtlicher Bahnhof, einige Parkplätze nebendran, als P&R ausgeschildert und fertig.
Der RegioBahnhof Nahetal ist eine direkte Verknüpfung und Verschmelzung des Fernstraßennetzes mit dem Schienennetz, der B41 und der Zuglinie RE3/RB33/RB34 von Frankfurt/Mainz nach Saarbrücken bzw. Bauholder.  Das ist der große Unterschied, der innovative Gedanke an dieser Art des P&R. Bereits weit vor der Innenstadt der Zentren, direkt an der Fernstraße, auf der sich der Verkehr sammelt und über die bisher alle mit dem Auto in Richtung Stadt fahren, soll er an einer hervorragend geeigneten Stelle die Bürger auf ihrem Weg in die Stadt von der Straße auf die Schiene  locken.


Die Idee
Kein geringerer als der damalige Rheinland-Pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) schreibt dazu noch in einer Presseerklärung am 6. Februar 2020 in der Rhein-Zeitung:

"Wer die Städte vom Verkehr entlasten möchte, muss den Menschen im Umland ein Angebot machen, wie sie dennoch Arbeit, Einkauf oder Theaterbesuch in der Stadt realisieren können."

Zur Mobilitäts- oder Verkehrswende gehören also attraktive Möglichkeiten, von der Straße auf die Schiene umzusteigen und umgekehrt. Und das bereits möglichst weit vor der Stadt.
Hierzu nehme man eine Hauptverkehrsstraße, die große Verkehrsmengen in Richtung Stadt bringt. Weiter nehme man eine Eisenbahnlinie, die denselben Weg führt. Man kopple beide schon möglichst weit vor den Zentren an einer Stelle, an der sie möglichst nah beisammen sind, schaffe so kurze Wege und unkompliziert erreichbare P&R-Flächen und biete ein maximales und damit flexibles Zugangebot.
So bekommen viele Menschen die Möglichkeit zum Umsteigen vom Auto in den Zug und umgekehrt und können dies tun, wenn es denn passt. Eine gute Basis für die Verkehrswende.
Verkehrswende einfach machen.

Die Praxis
Die meisten Pendler vom Westen des Landkreises Bad Kreuznach sowie aus dem Kreis Birkenfeld nutzen die Bundesstraße 41, um nach Mainz, Ingelheim und Bad Kreuznach zur Arbeit zu kommen, fahren auf dieser mit dem Auto in die Stadt. Um die RegioBahnhof-Idee umzusetzen, also den Umstieg auf den Zug weit vor der Stadt zu erleichtern, ist ein unmittelbar an der Bundesstraße 41 gelegener Bahnhof die beste Voraussetzung. Man muss die B41 und die Bahnlinie irgendwie zusammenlegen, wenn es so etwas nicht schon gibt. Doch das gibt es schon. Denn erfüllt der Bahnhof in Monzingen in ganz besonderer und perfekter Weise bereits diese Voraussetzungen: er befindet sich unmittelbar neben der B41. Und dies gar an der einzigen Ampel auf der Bundesstraße 41 zwischen der Autobahn nach Rhein-Main und Idar-Oberstein. Diese Ampelkreuzung unterbricht den Verkehrsfluss auf der Bundesstraße direkt am Bahnhof von Monzingen. Wird der Monzinger Bahnhof attraktiver, ist er damit nicht nur von der Lage her zweifelsfrei der optimale Bahnhof, an dem die Menschen am ehesten zum Umstieg auf den Zug zu bewegen sind. Eine Erweiterung der notwendigen Infrastruktur vor Ort stellt kein Problem dar, denn gehört fast das komplette Gelände rund um den Monzinger Bahnhof herum bereits heute der Gemeinde, dem Land bzw. dem Bund. Das Land Rheinland-Pfalz, der Bund und die EU können hier kostengünstig einen für die Verkehrswende mustergültigen P&R-Halt schaffen, wenn sie die Verkehrswende denn tatsächlich wollen.


Alternative zu Fahrverboten
In verschiedenen Städten, wie z.B. auch in Mainz, ist die Belastung durch Abgase des Straßenverkehrs enorm. Die gesetzlichen Grundlagen erzwingen hier bereits Fahrverbote. Doch sind Fahrverbote nicht die Lösung, die wir uns wünschen. Besser ist es natürlich, die Zunahme des Individualverkehrs zu beschränken, indem Möglichkeiten geschaffen werden, damit Menschen erst gar nicht mit dem Auto in die Innenstadt fahren müssen und es damit weiterhin möglich ist, dass die Menschen, die darauf angewiesen sind, dies weiter tun können. Verkehrswende nennt man das.

        Das Bundesumweltministerium fördert derzeit fünf Modellstädte, damit diese Möglichkeiten entwickeln, das Problem innerhalb ihrer Stadt zu lösen. Doch gibt es Vorschläge andernorts, das Problem etwas weitsichtiger als bis an die eigenen Stadttore zu betrachten und damit innovativ an das Verkehrsproblem heranzugehen. So z.B. den RegioBahnhof im Nahetal.